Lean UX – innovativ. kundenzentriert. collaborativ.

Durch die kombinierte Nutzung von Agilen, User Experience und Lean Startup Methoden können wir in effizienter Weise Produkte entwickeln und bauen, die Menschen tatsächlich benötigen und gerne nutzen. Auch wenn es letztlich anders erscheint, ein WOW-Effekt ist nicht Ergebnis eines genialen Einfalls. Einfache, leichte Benutzerfreundlichkeit entsteht in vielen Iterationen mit genauem Blick auf Nutzerverhalten.

Im Kern des Lean UX Frameworks werden aus der Verknüpfung von Businesszielen mit Kundenbedürfnissen Lösungsideen (s.g. Hypothesen) generiert und diese dann im nächsten Schritt durch Nutzertests auf Validität geprüft. Ein insgesamt hochgradig kreativer und auf die tatsächlichen Mehrwerte für die Endverbraucher ausgerichteter Prozess.

Was ist es?

Der gesamte Prozess ist ausgerichtet auf die Fragen, „Entwickeln wir das Richtige?“ (are we making the right thing?) und „Wie finden wir effizient Antworten darauf?“. Um diese Antworten zu erhalten, nutzt man die möglichst einfachste und wirkungsvollste Test-Methode – mittels Experimenten, wie z.B Feature Fakes, A/B-Tests, Guerilla User Testings etc.. Und entscheidet damit sehr schnell, ob Lösungsideen weiterverfolgt und verfeinert werden, oder eben auch wieder verworfen werden sollten.

Es handelt sich dabei grundsätzlich um sehr schnelle Entscheidungsformen wie sie bei Startups in ihrer iterativen Optimierung der Kern-Geschäftsidee typisch ist. Die gesamte Durchführung des Lean UX Prozess erfolgt in kleinen interdisziplinären Teams, was einer der Erfolgsfaktoren ist.

Seit einiger Zeit wird diese Startup-Methode nun sogar „salonfähig“ und hält Einzug in größere, traditionell agile Entwicklungs-Projekte. Wodurch nun erfolgreich die Stärken und Vorteile von Lean Startup, User Experience und Agile zusammenwachsen und optimaler genutzt werden können.

Das Framework von Lean UX besteht grundsätzlich aus 2 Phasen:

  • Hypothesen generieren – Die Entwicklung von Lösungsideen und Hypothesen (Assumptions) aus dem Matching von Business Values und Kundenbedürfnissen (Customer Pains & Needs)
  • Validierungen durch Testings – Das effiziente „Testing“ der Annahmen in Experimenten mit Beteiligung der Zielgruppe sind essentiell – denn IT-Entwicklung sollten nicht länger auf Basis von Hypothesen erfolgen. Bei der Validierung wird zielgerichtet untersucht:
    a) Was sind die kritischsten Fragen, die beantwortet werden müssen? Und…
    b) was ist die effizienteste Methode, um Antworten diese Fragen zu erhalten?

Der Lean UX Canvas – Jeff Gothelf

Den Autoren Jeff Gothelf und Josh Seiden ist es unter anderem zu verdanken, dass Lean UX sich heute zu einem sehr populären Framework entwickelt hat. Ihr Buch „Lean UX – Designing Great Product with Agile Teams“ beschreibt das methodische Vorgehen und den notwendigen Change in den beteiligten Teams.

Jeff Gothelf hat mit dem Lean UX Canvas zudem ein Template entwickelt, das eine leicht nachvollziehbare Methode liefert, um Lösungs-Ideen und Hypothesen für das anschließende Testing (in Form von zielführenden Experimenten) vorzubereiten und zu entwickeln.

(Bild: Lean UX Canvas von Jeff Gothelf, www.jeffgothelf.com/blog/leanuxcanvas)

Potenzial & Erfolgsmodell

Lean UX-Mechanismen werden immer häufiger in agilen Entwicklungsprozessen eingesetzt. Ein Trend der sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen wird. Die Gründe dafür sind folgende:

  • Interdisziplinäres Teamwork – Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der am Prozess beteiligten Experten ist hoch effizient.
  • Lern Iterationen – Kurze Lern-Phasen ermöglichen die qualitative Weiterentwicklung des Produkts, um Customer Needs zu erfüllen.
  • Co-Creation – die Zielgruppe ist direkt in den Entwicklungsprozess eingebunden. Die kritischen Fragen werden durch Testings mit der Zielgruppe beantwortet.
  • Customer Value – Die konsequente Ausrichtung der Entwicklungs-Prozesse auf die tatsächlichen Kundenmehrwerte.

Weitere Gründe für den Erfolg von Lean UX

  • Lean UX konzentriert sich auf die optimale User Experience und nicht die Erstellung von Dokumenten (Spezifikationen und Anleitungen)
  • In vielen Digitalen Transformations-Projekten werden die s.g. Startup-Mindsets als Vorbilder gesehen, um prozessual schlanker zu agieren.
  • Notwendige Optimierung von „klassisch agilen Prozesse“ – In klassisch agilen Prozessen stehen die eigentlichen Kundenmehrwerte (realistisch betrachtet) oft nicht an oberster Stelle, sondern eher die Entwicklungs-Effizienz, die sich im Burn Down Chart widerspiegelt.
  • Die rein „requirement-getriebene“ Produkt-Definition ist ein sicherer Weg, das zu 100% falsche Produkt zu launchen.

Links zur Vertiefung

Kurze Intro

  • Was ist Lean UX (10min) – https://youtu.be/7NkMm5WefBA

Lean UX Methode

  • Der Lean UX Canvas – http://www.jeffgothelf.com/blog/leanuxcanvas/
  • Lean UX – Methoden-Beschreibung in deutsch – https://www.slideshare.net/wolf_noeding/lean-ux-barcamp-session-presentation

Lean UX Manifesto

  • Das Lean UX Manifesto – https://pin.it/iuvlir6x77kr2k

Lean / UX / Agile

  • Lean UX: Getting out of the Deliverables Business – https://youtu.be/nvAEwXPqM3Y
  • How Lean UX Fixes Common Agile Challenges – https://youtu.be/TP8jKJOd1cY

Interviews

  • Learn Lean UX with Jeff Gothelf – https://youtu.be/rxRlLNnA1Ow
  • Better Product Definition with Lean UX and Design Thinking – https://youtu.be/n2XAiwRP2No
2018-07-10T09:04:12+00:00

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