Design-Systeme: UX skalierbar machen (Designer und Devs als Speed-Hero statt Sprint-Sisyphos)

TL;DR

Statt „Buttons Burnout“ zu riskieren, wieder tatsächlich agil/lean digitale Lösungen entwickeln können – Vortrag und Austausch zu Design-Systemen:

  • vereinfachen und beschleunigen von UX/UI/Dev-Prozessen
  • User-Experience über Plattformen, Produkte und Geräte hinweg skalieren
  • Modularität und Standardisierung wiederkehrend verwendeter Elemente um „Design Dept“ zu verhindern
  • User-Experience für alle (be)greifbar und anwendbar machen mittels Pattern-Library, Living-Styleguide und UX-Guidelines.

Dieser Vortrag ist eine an Beispielen gut nachvollziehbare Darstellung für die Einordnung der einzelnen Werkzeuge und des eigenen Umgangs mit dem Thema Erstellung, Einsatz und Pflege eines Designsystems.

Button Burnout

Wer sich mit Konzeption, Gestaltung, technischer Umsetzung und letztendlich der Nutzung digitaler Benutzerschnittstellen beschäftigt, kennt das: immer wieder müssen die selben Bedienelemente, wie z. B. Buttons, auf‘s Neue geformt, spezifiziert und programmiert werden … um dann doch ständig anders aus zu sehen, unterschiedlich positioniert zu sein, abweichend zu funktionieren und uneinheitlich beschriftet zu sein. Dies mitsamt der fortwährenden notwendigen Kontrolle und Nachbesserung birgt die Gefahr „Button-Burnout“ zu erleiden.

Doch es gibt Hilfe, dies zu vermeiden oder zu kurieren:

Bausteine und Bauanleitung

Modularität und Standardisierung wiederkehrend verwendeter Elemente helfen UX- und Designschuld zu verhindern. Designsysteme verfolgen das Ziel Zeit zu sparen, Konsistenz zu wahren um ein einheitliches Markenbild zu etablieren oder effizient zu entwickeln. Sie ermöglichen User-Experience über Plattformen, Produkte und Geräte hinweg zu skalieren und steigern so den Geschäfts- und Nutzwert digitaler Angebote.

Ihre Bestandteile, wie Pattern-Library, Living-Styleguide und UX-Guidelines machen User-Experience für alle Beteiligten (be)greifbar und anwendbar. Wichtig dabei ist, dass neben den Bausteinen v. a. auch die Bauanleitung mitgegeben wird. UX und Design wiederholt einsetzbarer Elemente und Abläufe werden in mehrfach anwendbare Bestandteile und Regeln zu deren Zusammenspiel übersetzt. Erst die Richtlinen zu User Experience, Implementierung und Art und Weise von Inhalten machen aus einer Elementebibliothek ein Designsystem.

Betrieb und Bedeutung

Ein Designsystem ist kein einfaches Nebenprojekt oder Halbzeug, sondern ein eigenständiges Produkt, welches eigene Strategie, Ressourcen und Governance benötigt. Andernfalls kommt es nie zu Einsatz. Und wenn dann doch, veraltet es schnell und aufkommender Wildwuchs bei den Produkten führt wieder zu eben jenen Problemen, die eigentlich gelöst werden sollten.

Ein Designsystem ist ein Produkt das alle anderen Produkte verbessert und deren Erstellung und Pflege – teils ganz erheblich – vereinfacht; wenn richtig angewendet. Es gibt Zeit und Energie frei, damit UX-Konzepter, UI-Designer und Frontend-Entwickler sich auf die interessanten, komplexeren Aufgaben konzentrieren und z. B. deren konzeptionellen Sachverstand einsetzen können, ohne im Treibsand wiederkehrender Basisarbeit stecken zu bleiben. D. h. ein Designsystem befreit UX, UI und Dev von unnötig redundanter Arbeit. Ersetzt die entsprechenden Expert(is)en aber nicht!

Fazit

Designsystem helfen Probleme zu lösen oder gar zu vermeiden, wie Inkonsistenzen in digitalen Produkten, Missverständnisse bzgl. UX, Denken in fest gefügten Bildschirmmasken und unnötige Mehr(fach)arbeit. Sie sind gleichermaßen relevant für Produkt, UX, UI sowie Development und helfen bei allen Beteiligten ein gemeinsames Verständnis für User Experience zu schaffen sowie UX und Markenwerte einfacher anwendbar zu machen – Designsysteme fungieren also als Katalysator (im biologischen Sinne): als Ermöglicher und Vereinfacher.

Tipps und Infos

Mehr Details, weiterführende Informationen, hilfreiche Hinweise un  d Werkzeuge finden sich hier:

Designsysteme, übersichtlich, umfassend und mittels Beispielen präsentiert:

https://speakerdeck.com/bennoloewenberg

Aktuelle Meldungen und Beiträge zu Designsystemen:

https://twitter.com/i/moments/932608788321972224

Benno Löwenberg

Benno Löwenberg optimiert als strategischer Berater die digitalen Kontaktpunkte von Produkten und Dienstleistungen mit deren Nutzern. Er formt digitale Lösungen von Expertensystemen bis interaktiven Installationen v. a. in den Bereichen Enterprise UX, Industrial UX, Medical UI. Er ist Google Dev Expert für Product Design (Product Strategy, UX, UI Design) und zudem Google Design Sprint Master.

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2018-08-23T07:17:45+00:00

About the Author:

Mit agilen Innovationsmethoden wie Design Thinking hilft Jens Bothmer Unternehmen dabei, gute Ideen in erfolgreiche Geschäftsmodelle umzusetzen. Aufgrund seines Backgrounds besitzt Jens sehr gutes Fachwissen über Kreativitäts- und Innovationsprozesse von der Ideenentwicklung, über Konzeption bis hin zum Anforderungsmanagement und der Geschäftsmodellierung.